Rassenkunde

Weimaraner

Der Weimaraner, eine Rasse im Wandel
Der Weimaraner erfreut sich heutzutage großer Beliebtheit. Das liegt sicher an seinem edlen Äußeren. Menschen projizieren Schönheit über den Hund in ihr Leben und veredeln sich mit ihm. Das heute „silbergraue“ Fell heißt, ganz seiner Herkunft entsprechend, eigentlich „rehgrau“. Einige Züchter reagieren auf die Nachfrage, indem sie den Jagdtrieb eher versuchen zu mäßigen. Einzig die Züchter der langhaarigen Weimaraner widerstehen den Anforderungen des Marktes. Doch lassen sich jagdliche Anlagen und die sogenannte Schärfe nicht und vor allem nicht so schnell verändern. Ein Jagdhund ist ein Hund der Jagd, und ein unterbeschäftigter Weimaraner zeigt sich leider oft zerstörerisch. Darüber muss sich jeder Rassenliebhaber im Klaren sein und die Bereitschaft mitbringen, Zeit in die Beschäftigung des Hundes zu investieren. Noch vor wenigen Jahren zeichnete „Mannschärfe“ den Weimaraner aus. Doch dies wird heutzutage noch nicht einmal mehr vom Weimaraner Zuchtverband gerne gehört. Züchter, die damit ihre Welpen auszeichnen, werden diskret auf den Ruf solcher Aussagen in der Gesellschaft hingewiesen.

Copyright: Julia Birk

Auszug:  Wuff – Das Hundemagazin

Deutsch-Drahthaar

Deutsch Drahthaar von Liane Rauch

Das Wesen
Diese Hunde sind Spezialisten. Sie hatten und haben den Arbeitsablauf
„Stöbern, Vorstehen, Aufscheuchen, Apportieren“ zu erledigen. Nicht
nur der hervorragenden jagdlichen Eigenschaften wegen wurden sie in früheren Zeiten geschätzt, sondern auch als „tapfere Verteidiger ihrer Herren und Wächter des Hauses“. Eine gewisse Grundschärfe kann also in so manchem Vertreter dieser Rasse heute noch schlummern, wobei das sicherlich nicht auf alle Deutsch Drahthaar zutrifft und in heutiger Zeit auch nicht mehr so gefragt ist.

Hunde dieser Rasse werden als überaus intelligent und gehorsam beschrieben. Alle Deutsch Drahthaar, die ich bisher kennengelernt habe, zeigten eine lockere Bindungsbereitschaft, der „will to please“ ist eindeutig nicht mit dem eines Hütehundes zu vergleichen. Deutsch Drahthaar sind Jagdhunde und Jagdhunde müssen bis zu einem gewissen Grad alleine arbeiten. Eine Stöberjagd würde sich sehr zäh gestalten, würde der Jagdhund, wie der Hütehund, immer wieder Blickkontakt zum Jäger aufnehmen und auf das nächste Kommando warten.

Wie in vielen anderen gängigen Wesensbeschreibungen aus dem Rassestandard fehlt auch hier eindeutig eine Beschreibung der negativen Seiten der Rasse. Keine Silbe über den ausgeprägten Jagdtrieb, der von „Privatpersonen“ nur schwer in den Griff zu bekommen ist. „Selbstbewusst aber Aggressionslos, die Augen haben einen treuen Ausdruck.“ Mehr verrät der Verein Deutsch Drahthaar leider nicht über das Wesen seiner Rasse. Dass es sich um einen perfektionierten Jagdhund handelt, der, als Familienhund gehalten, nicht wirklich glücklich wird, wird nicht erwähnt.

Die Zucht und heutige Verwendung
Nach dem Deutschen Schäferhund und dem Dackel ist der Deutsch Drahthaar einer der beliebtesten Hunde in Deutschland. Der Deutsch Drahthaar ist heute noch ein hervorragender Vorstehhund. Nur wenigen Rassen ist es vergönnt, in unserer Zeit noch ihrer ursprünglichen Aufgabe nachzugehen. Diese Rasse sollte, meinen Erfahrungen nach, am besten in „Jägerhand“ geführt werden. Züchter, die ich kennengelert habe, exportieren ihre Hunde ins Ausland. Dort werden sie häufig zur Wildschweinjagd eingesetzt, was dem mutigen Jagdgebrauchshund auch gut entspricht.

Der Verein Deutsch Drahthaar e.V. schreibt: „Deshalb kann er völlig unproblematisch im Zwinger gehalten werden. Auch kalte Nächte kann er in einer isolierten Hundehütte im Freien verbringen. Das stärkt seine Konstitution und hilft ihm, sein wetterhartes Haar bestmöglich zu entwickeln.“ Und auch das kann man lesen „Er ist wachsam und treu, was ihn zu einem guten Schutzhund werden lässt“ und „er ist mit seinem ruhigen und selbstbewussten Wesen ein idealer Spielkumpan für die Kinder.“ Kein Hund gehört in einen Zwinger, schon gar nicht in kalten Nächten, womöglich noch alleine. Kein Hund ist von Geburt an ein idealer Spielkumpan für Kinder.

Pdf zu diesem Artikel: deutsch_drahthaar_portrait

Copyright: Liane Rauch

Auszug:  Wuff – Das Hundemagazin

Kleiner Münsterländer

… in Bearbeitung …

Jack Russell Terrier

… in Bearbeitung …

Deutsch Kurzhaar

Als erstes und grundlegendes sollte man im Bewusstsein haben, dass der Deutsch Kurzhaar ein Jagdhund ist. Er ist ein vielseitiger Könner in allen Bereichen, mit denen ein Einzeljäger zu tun hat. Zwischen den Jagdzeiten bewacht und behütet er Haus und Hof. Ein gut geführter, ausgelasteter Deutsch Kurzhaar kann durchaus sehr kinderlieb und familienfreundlich sein. Das darf aber nicht falsch verstanden werden. Denn familienfreundlich heißt nicht automatisch Familienhund. Der Kurzhaar ist in erster Linie ein ausgesprochener Arbeitshund. In der Hand eines kundigen Führers ist er dann im Zweitjob auch Familienhund. Der Deutsch Kurzhaar hat viel Power ohne deswegen hektisch zu sein. Er braucht Herausforderungen und ist nicht als Anfängerhund zu empfehlen. Er ist kein Zwingerhund und braucht außerhalb seiner Arbeit den persönlichen Anschluss an sein Herrchen oder Frauchen.

Der Standard beschreibt sein Wesen als „fest, ausgeglichen, zuverlässig, gezügeltes Temperament, weder nervös, scheu noch aggressiv.“

Ein Deutsch Kurzhaar kann ein faszinierender Begleithund sein. Allerdings muss man mit ihm arbeiten gerade auch wenn er nicht jagdlich geführt wird. Man muss zudem Führungsqualitäten haben. Der starke Hund braucht eine starke jedoch einfühlsame Hand. Wenn man Naturliebhaber ist und gerne wandert, ist er ein idealer Begleiter. Auf der Grundlage eines vertrauensvollen Verhältnisses und einer konsequenten Erziehung kann man diesen Jagdhund auch ohne Leine kontrollieren. Es ist beeindruckend, wie gut er sich führen lässt, ohne dabei unterwürfig zu sein. Er ist ein mitdenkender Partner, weiß aber, wo die Hausordnung hängt.

Der Deutsch Kurzhaar ist ein Jagdhund. Wird er gelegentlich schlicht als Familien- und Wohnungshund angeboten, sollte man solchen Anbietern mit größter Vorsicht entgegen treten. In der Regel gehört er in die Hand eines Jägers, der fachgerecht mit ihm arbeitet. Wird er nicht jagdlich geführt, so braucht er entsprechend Beschäftigung.

Er braucht unbedingt den persönlichen Anschluss an Herrchen und Frauchen und deren Familie. Wird der Jagdhund körperlich oder geistig unterfordert wird dies auf Dauer zu ernsten Verhaltensproblemen führen. Er gehört nicht in eine Etagenwohnung und nicht in die Großstadt. Ansonsten ist er unproblematisch und anspruchslos in seiner Haltung. Der Deutsch Kurzhaar kann problemlos beim Reiten, Joggen oder Radfahren mithalten, aber immer im Wissen, dass er ob mit oder ohne bestandener Kleemann-Prüfung, ein Vollblutjagdhund ist.

 

Magyar Vizsla

Er ist ein vielseitiger Jagdgebrauchshund mit Schwerpunkt auf dem Vorstehen. Er ist sichtlaut, das heißt er bellt, wenn er die Beute sieht und nur selten spurlaut. Bei der Jagd arbeitet der zielorientiert und hoch professionell. Er ist ein ausgesprochener Arbeitshund. In der Hand eines kundigen Führers ist der Ungarische Vorstehhund ein nützlicher Helfer bei der Jagd.

Der Magyar Vizsla ist nicht ohne weiteres als Hund für Anfänger zu empfehlen. Zudem hat er ein für Jagdhunde sehr sensibles Wesen. Hundeführer/in müssen unbedingt Hundeverstand haben, die enge Bindung zu ihm suchen und ihn auf dieser Grundlage einfühlsam lenken und leiten. Der Viszla ist kein Zwingerhund und braucht auch außerhalb seiner Arbeit den persönlichen Anschluss an sein Herrchen und Frauchen.

Er braucht eine konsequente, fachkundige Erziehung und Ausbildung, um seine hohe Intelligenz, seine wachen Sinne und seine ausgeprägte Leistungsbereitschaft in die richtigen Bahnen zu lenken. Ansonsten wird man mit ihm nicht beim Spazieren gehen ableinen können, da er beim kleinsten Reiz dem Wild hinterherhetzen würde, um nur eines der potenziellen Probleme zu nennen. Ein solches wesensgerechtes Umfeld vorausgesetzt, ist der Magyar Vizsla ein sensibler, einfühlsamer Freund der Familie und der Kinder, ein toller Begleiter auch außerhalb der jagdlichen oder sportlichen Arbeit und in jedem Fall ein herrliches Erleben der Partnerschaft von Mensch und Hund.

Der Vizsla macht sich für ein Jagdhund allerdings recht gut als Wohnungshund, denn er hat ein freundliches und problemloses Wesen. Das setzt aber eine gute Sozialisation, Erziehung sowie artgerechte Haltung, idealerweise in der Hand eines Jägers mit Hundeverstand.

Wird er nicht jagdlich gehalten, so braucht er entsprechend Beschäftigung in Form von langen Spaziergängen durch die Natur und Herausforderungen im Hundesport oder im professionellen Bereich etwa als Rettungshund. Für die Haltung im Zwinger ist er nicht geeignet. Er braucht den persönlichen Anschluss an Herrchen und Frauchen und deren Familie. Wird der Vizsla körperlich oder geistig unterfordert, kann dies auf Dauer zu Verhaltensproblemen führen.

F A Q

Liebe Besucher und Hundefreunde,

wir arbeiten mit hochdruck  daran unsere neue Homepage mit Informationen und Daten rund um Jaghunde zu füllen.

In Kürze finden Sie hier im Bereich FAQ und Rechtliches viele Informationen rund um das Thema Jagdhunde.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Aufgrund ihrer jagdlichen Spezialisierung sind Jagdhunderassen im normalen Alltag nicht unproblematisch zu halten. Dennoch gelangen nicht wenige Jagdhunde über den Tierschutz in nicht jagdliche Haushalte. Anderen wiederum ist es gar nicht bewusst, dass sie mit ihrem Retriever, Dackel, Beagle, Pudel oder Spaniel Hunde mit angeborener Jagdpassion in ihrer Wohnung haben. Doch ein Jagdhund ist ein Hund, der jagt – und da können seinem Halter die Probleme recht schnell über den Kopf wachsen. Deshalb verlangen gerade diese Hunde eine auf ihre angezüchteten Fähigkeiten ausgerichtete Ausbildung und Beschäftigung. Andererseits aber sollten sie nicht in eine Art Aktivitätsspirale getrieben werden.

Jagdhunde sind Freidenker. Sie lieben vielfältige Aufgaben und die Arbeit im Team. Zu ihren Stärken gehört nicht der rein ausführende Gehorsam, sondern die Zusammenarbeit mit ihren Haltern. Auf der Grundlage gegenseitigen Vertrauens ist diese seit Jahrhunderten angelegte Verbindung etwas Einzigartiges in der Mensch-Hund-Geschichte. Gerade dieser Besonderheit wegen ist es wichtig, genau zu prüfen, ob ein Jagdhund mit seinem aktiven Wesen zu einem passt. Viele andere Rassen sind im Alltag sicher wesentlich unkomplizierter, Spannung und Abwechslung bringt jedoch der Jagdhund.

Copyright: Julia Birk

Auszug:  Wuff – Das Hundemagazin

Wie viel Bewegung / Auslauf benötigt ein Jagdhund?
Optimal wäre….

Wie kann ich einen Jaghund artgerecht beschäftigen / auslasten?
Jagdhunde benötigen …

Körperliches Training für Hund und Halter
Leider schaffen es nicht einmal mehr die Jäger, ihre Hunde körperlich auszulasten. Beruf, gesellschaftliche Verpflichtungen, vielseitigere Freizeitinteressen und veränderte Jagdsituationen verlangen auch von ihnen ein breiteres Spektrum an artgerechter Beschäftigung. Verantwortungsvolle Hundeführer scheuen sich nicht, in der jagdarmen Zeit ihre Hunde in einem Hundetraining zusätzlich auszulasten. Unabdingbar ist die körperliche und konditionelle Auslastung des Jagdhundes. Während ihre Vorfahren noch stundenlang mit ihrem Halter durch den Wald pirschten, fahren heute beide mit dem Auto bis an den Hochsitz. Radfahren und Joggen sollte man als Jagdhundebesitzer genauso lieben wie den Hund. Lange Spaziergänge sowie Wanderungen bringen Abwechslung und Ausgeglichenheit auch für den Hundehalter. Vorausgesetzt der Hund ist kontrollierbar. Ohne Erziehung kann ein Jagdhund schnell zum Stressfaktor werden.

Jagdhunde werden seit Jahrhunderten züchterisch selektiert und gründlich auf ihre Aufgaben hin ausgebildet. Züchter und Ausbilder sind sich sicher, dass die heutigen Hunde über fantastische Fähigkeiten verfügen. Ihre Anlagen und Nasen sind so gut, dass sogar Jäger überfordert sein können. Deshalb verlangen Jagdhunde nach einer ihren Fähigkeiten entsprechenden Ausbildung. Der Jagdhund will am liebsten zusammen mit Herrchen oder Frauchen arbeiten. Bieten diese ihm nicht eine artgerechte Beschäftigung, wird sich der Hund verselbständigen. Unterforderte Jagdhunde leiden an Körper und Geist und werden immer schwieriger zu kontrollieren. Oft zeigen sie sich zu Hause zerstörerisch.

Artgerechte Ausbildung auch als Nichtjäger
Für den jungen Hund spielt es eine untergeordnete Rolle, ob er mit Wild oder einem Dummy ausgebildet wird. Er bewertet nicht und ist zufrieden, wenn er seinen Fähigkeiten entsprechend gefordert wird. Außerdem hat sich die Industrie längst dieses Themas angenommen. Es gibt wunderbare Ausbildungsdummys in Form von Ente, Kaninchen, Fuchs. Die dazugehörigen chemischen Duftstoffe simulieren naturnahes Arbeiten. Jagdhundevertreter wie die Vorstehhunde kommen schwieriger zu ihrer Ausbildung als beispielsweise die Retriever – Rassen. Engagierte Nichtjäger mit Terriern oder Bracken stoßen recht schnell an ihre Grenzen. Die örtlichen, ehrenamtlich organisierten Kreisjägervereinigungen sind oft mit der Ausbildung der Jäger ausgefüllt und nehmen ungern Nichtjäger auf.

So bleiben die Hundevereine und privaten Hundeschulen als Alternativen. Hundesport kann für den Jagdhund eine gute Ergänzung sein, doch ist eine Überreizung dieser trieb starken Hunde nicht zu empfehlen. Die Vielseitigkeit der Hunde sollte in der Beschäftigung unbedingt berücksichtigt werden. Deshalb eignet sich eine Ausbildung, welche jagdlich orientiert ist, viel besser. Dazu gehören Sucharbeit in Form von Schleppen, freiem Suchen im hohen Gras, Wasserarbeit und Apportiertraining. Schleppen sind über Wiesen gezogene Dummys. Sie können über mehrere 100m gehen und sind sehr anspruchsvoll. Die Anforderungen an die Ausbildungsstätten sind hoch. Der Trainer benötigt unbedingt Erfahrung mit den unterschiedlichen Jagdhunderassen und deren Aufgabenbereichen. Außerdem viel Feld, Wald und einen zugänglichen Weiher oder Bach mit Bewuchs. Diese Gegebenheiten sind in unserer vielseitig genutzten Natur rar geworden. Keinesfalls sollte der nicht jagdliche Hundebesitzer ungefragt ein Gebiet nutzen. Der Ärger mit Jagdpächtern und Bauern ist vorprogrammiert.

Durch Gehorsam zum Team
Jagdhunde sind meist unabhängige Hunde. Ihre traditionelle Arbeit verlangt ein hohes Maß an Selbständigkeit und Mut. Die in der Jagdpraxis selbstverständliche Begegnung mit wehrhaftem Raubwild wie Fuchs und Dachs erfordert Selbstsicherheit. Wildschweine testen ihre Gegner und lassen sich nur von starken Hundepersönlichkeiten aus ihrer Dickung treiben.

Kopflose, hitzige Hunde gehören nicht auf die Jagd und machen den Alltag mühsam. Durch immer feinere Nasen und sensiblere Eigenschaften neigen manche Hunde zu übersteigertem Verhalten. Die Mutigen werden unüberlegt, die Unsicheren übernervös. Beide Arten neigen zu Überreizung. Unerfahrene Hundehalter meinen dann oft, sie lasten den Hund nicht genügend aus, und gelangen so in eine regelrechte Aktivitätsspirale. Diese Hunde müssen bei ausreichend körperlicher Auslastung zu aller erst Ruhe lernen. Wie das Leben spielt, treffen häufig temperamentvolle Menschen und unruhige Hunde aufeinander. Bei solchen Teams wünscht man sich als Hundetrainerin manchmal ein Kloster Buddhistischer Mönche an die Seite.

Jagd ist Teamarbeit, bei der sich Hund und Halter aufeinander verlassen müssen. Gehorsam führt zum Erfolg und kann die Lebensversicherung des Hundes sein. Der Hund braucht einen zuverlässigen Partner, der für ihn denkt, während er arbeitet. Gefahren oder unvorhersehbare Ereignisse müssen vom Menschen erkannt und eingeschätzt werden. Nur der gehorsame Hund ist jederzeit kontrolliert und lenkbar. Doch ist gerade der Gehorsam die Königsdisziplin der Jagdhundeausbildung. Da sie zuverlässig und vertrauensvoll funktionieren soll, erfordert sie eine sensible, geduldige und konsequente Einarbeitung. Die Persönlichkeit von Halter und Ausbildungsleiter müssen charakterlich einwandfrei, fair und maßvoll sein. Hitzköpfe und ungeduldiges Gebrüll haben in der Ausbildung genauso wenig zu suchen wie Stark-zwangmittel.

Die Ausbildung braucht einen sinnvollen, wohlüberlegten, auf den Hund abgestimmten Aufbau. Jegliche Überforderung ist zu vermeiden. Überforderung führt immer zur Blockade des Hundes. Fatalerweise überfordern wir Menschen aber gerne die Hunde, die sich begeistert zeigen. Ein Hund, der arbeitswillig ist und jede Herausforderung annimmt, motiviert den Halter und Ausbilder ungemein. Aktuell erlebten wir einen Pudelpointer, der begeistert apportierte. Zuverlässig und unermüdlich brachte er alles, was sein Herrchen ihm auftrug. Der Eifer dieses Hundes erfreute den Halter so sehr, dass er täglich intensiv übte. Kurz vor einer wichtigen Jagdhundeprüfung fühlte sich der Hund so überfordert, dass er das ausgelegte Apportel suchte, aufnahm und einige Meter weit weg im Wald vergrub. Damit wollte er seinem Besitzer wohl sagen: „Jetzt ist es genug!“ Dies war ein ausgesprochen trauriger Moment. Zum Glück schafften wir es mit viel Zurückhaltung, bei gleichzeitiger Motivation von Hund und Halter, dem Hund seine Freude an der Arbeit zurückzugeben. Gemeinsam haben sie, ohne Druck, noch viele Prüfungen erfolgreich absolviert.

Terrier und Dackel, die in einen Fuchsbau passen, sollten eine konsequente Erziehung erfahren. Kämpfe mit dem Dachs unter der Erde können zu schweren Verletzungen, manchmal bis zum Tode führen. Leider lernen sie nicht aus diesen Erfahrungen, sondern werden immer schärfer. Da der Dachs sich derzeit rasend ausbreitet, steigt die Gefahr stetig. Bei besonders ausgeprägter Neigung, unter Tage zu jagen, bleibt im Wald nur ein Spaziergang an der Leine.

Wichtige Grundsätze
Hundeausbildung muss Freude machen. Alles andere frustriert und entmutigt. Erfolge stellen sich meist in freundlicher Atmosphäre sowohl den Halter als den Trainer betreffend schneller ein. Zu fahrig oder hart ausgebildete Hunde werden jede Gelegenheit zum Ungehorsam nutzen und nie zuverlässig arbeiten. Dies gilt für die Hunde von Jägern wie die von Nichtjägern. Diese Hunde haben gelernt, Druck und unberechenbare Stimmungen auszuhalten. Sie leben nach dem Motto: Ärger gibt es sowieso, dann kann ich bis dahin noch Spaß haben. Aufgrund ihrer artbedingten Selbständigkeit genießen sie die Zeit ohne ihren Besitzer und kommen nicht vertrauensvoll an seine Seite.

Bei allen Jagdhunderassen ist der Ausgleich zwischen Triebarbeit und Ruhe für die psychische Gesundheit unentbehrlich. Besonders die Terrier neigen zum „Überdrehen“. Gerade für sie ist Apportieren besser als Frisbee-Spielen. Die Jagd ist immer ein übergeordneter Reiz und die Hetze selbstbelohnend. Triebe sind bestenfalls kontrollierbar, nie aus dem Jagdhund auszulöschen. Dies gilt es auch zu beachten, wenn Hundeschulen schnelle Erfolge auf diesem Gebiet versprechen. Hundehalter, deren Hunde regelmäßig hetzen, sind meist sehr verzweifelt und zu vielem bereit. Jagdhunde und ihre Ausbildung, sei es nun für die reale Jagd oder zur Ausgleichsbeschäftigung, sind sehr arbeitsintensiv, brauchen aktive Zeit und belohnen uns mit Freude am zuverlässigen Hund. Erst dann kann man so richtig genießen, was alle Jagdhundebesitzer übereinstimmend bestätigen: „Zu Hause gibt es nichts Harmonischeres als einen ausgeglichenen Jagdhund.“

Copyright: Julia Birk

Auszug:  Wuff – Das Hundemagazin

Was ist beim „Einzug“ zu beachten?
Ganz Wichitg: Ruhe …

Wie finde ich die passende Hunderasse für mich – oder wer passt zu mir?

Ich bin ein Hund.
Ich habe eine Aufgabe.

Ich bin ein Malinois:
Ich glänze in allen Disziplinen und habe einen hohen Arbeitswillen. Heute soll ich mich den ganzen Tag auf dem Sofa entspannen.

Ich bin ein Akita:
Meine Vorfahren wurden ausgewählt, um mit anderen Hunden zu kämpfen. Heute erwartet man von mir, dass ich tolerant gegenüber sämtlichen Artgenossen soll. Wenn mir das nicht behagt und ich aggressiv werde, bin ich schuld.

Ich bin ein Beagle :
Ich jage mit meiner Meute und ich gebe Laut, damit die Jäger dem Verlauf der Jagd folgen konnten.
Heute werde ich an der Flexileine spazieren geführt und man hat mir ein „Impulshalsband“ angelegt, um mir das Bellen abzugewöhnen.

Ich bin ein Jack Russell Terrier:
Ich war ein Rattenfänger, arbeitete in den englischen Minen.
Heute denkt man wohl, dass ich meine Beine nicht mehr benutzen kann, denn man trägt mich herum wie ein Menschenkind.

Ich bin ein Labrador Retriever:
Mein größtes Glück ist, in einen See zu springen, um meinem Herrn die Enten herauszuholen. Heute vergisst man, dass ich ein Sporthund bin. Ich bin fett und soll die Kinder bespaßen.

Ich bin ein Dackel:
Ich bin in der Lage, einem Fuchs oder Dachs , die viel größer sind als ich, alleine in ihrem Bau zu begegnen. Heute belächelt man mich für meinen „sturen“ Charakter, gibt meine Erziehung oft schon im Welpenalter auf und zieht mir lächerliche Kostüme an.

Ich bin ein Husky
Ich stamme aus den Weiten Sibiriens. Dort zog ich Schlitten, mit unfassbarer Ausdauer. Heute ist mein Horizont der Gartenzaun und meine einzige Beschäftigung ist es, den Garten umzugraben.

Ich bin ein Border Collie:
Ich arbeite viele Stunden am Tag und treibe große Schafherden. Heute bestraft man mich, weil ich versuche, Fahrräder, Autos, Kinder und alles, was sich bewegt, zu hüten.

Ich bin…
Ich bin ein Hund des 20 Jahrhunderts

Ich bin schön , ich bin wachsam und gehorsam, ich ertrage es sogar, in einer Handtasche herum getragen zu werden … aber ich bin ein Individuum, das seinen Instinkt und seine Anlagen hat.
Solltest Du mich nur wegen meiner hübschen blauen Augen, meines athletischen Körperbaus und meiner besonderen Fellfarbe wollen, solltest Du mir jedoch kein Leben bieten können, in dem ich meine Anlagen einsetzen kann, kaufe mich nicht.
Wenn Du meine Eigenschaften, die aus strenger genetischer Auswahl selektiert wurden, nicht akzeptieren kannst und Du denkst Du könntest das alles mit etwas Liebe umerziehen oder löschen, dann nimm mich nicht.

Ich bin ein Hund aus dem 20 Jahrhundert.
Aber in mir steckt derjenige, der gekämpft, derjenige, der gejagt, derjenige, der Schlitten gezogen und derjenige, der Herden hütete. Über Jahrhunderte oder gar Jahrtausende.
Früher oder später wirst du das bemerken!

Quelle Elsa Weiss Éducation Canine /// Cynopolis ///
Translation ediited by /leistungsstarke Arbeitsrassen.///

 

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